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Investoren schmecken den Erfolg in Thailands „Weltküche“

Im Thailand der 1970er Jahre verfolgte Kraisorn Chansiri mit seinen Geschäften ein bescheidenes Ziel: Er wollte seine Familie versorgen. Stattdessen entwickelte sich die Fischverarbeitungsfabrik, die er 1977 in schlechtem Zustand erworben hatte, zu einem globalen Meeresfrüchte-Imperium, der Thai Union Group. Sie ist heute der weltweit größte Hersteller von Thunfischkonserven und besitzt internationale Kultmarken wie Chicken of the Sea und John West.

Kraisorns Sohn, Firmenpräsident Thiraphong Chansiri, erinnert an diese außergewöhnliche Wachstumsgeschichte über vier Jahrzehnte und schreibt einen Großteil des Erfolgs von Thai Union der geografischen Lage, einer hochqualifizierten lokalen Belegschaft und der Förderung durch die investitionsorientierte Regierungspolitik zu. „Thailand hat all dies ermöglicht“, sagte er in einem Interview.

Trotz der Covid-19-Pandemie, die das internationale Geschäft stark beeinträchtigt hat, prognostiziert Thiraphong, der einen MBA von der Universität von San Francisco besitzt, dass Thailands widerstandsfähiger, innovationsorientierter Lebensmittelsektor der globalen Krise trotzen und noch mehr Möglichkeiten für Investoren bieten wird – schließlich profitiert er von reichen natürlichen Ressourcen, staatlichen Anreizen und seinem Ruf, Qualität und Produktsicherheit bieten zu können. „Er ist die erste Wahl“, sagt er.

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass er recht hat. Das allgemeine Gesundheitssystem Thailands hat dem Land geholfen, die schlimmsten Folgen von Covid-19 zu vermeiden, sodass Fabriken geöffnet und Lebensmittelversorgungsketten intakt bleiben konnten. Und selbst als Volkswirtschaften auf der ganzen Welt zum Stillstand kamen, stieg die internationale Nachfrage nach thailändischen Lebensmitteln noch.

Im Mai wuchsen die landwirtschaftlichen und agroindustriellen Exporte Thailands um 2,5 Prozent, obwohl die Warenlieferungen aufgrund schwerwiegender Störungen der Weltwirtschaft insgesamt zurückgingen. Die Exporte von gefrorenem und verarbeitetem Obst und Gemüse stiegen um 83 Prozent. Thai Union, das eine von fünf weltweit verkauften Thunfischkonserven liefert und einen Jahresumsatz von mehr als 4 Milliarden US-Dollar erzielt, verzeichnete im ersten Quartal 2020 einen Umsatzanstieg um sechs Prozent.

Insgesamt stieg der Anteil der Lebensmittelexporte an den gesamten Lieferungen aus Thailand von 16 auf 22 Prozent. Laut Pimchanok Vonkorpon, Generaldirektorin des Büros für Handelspolitik und Strategie des Handelsministeriums, wird dieses Niveau auch nach Covid-19 wahrscheinlich weiter bestehen bleiben. Die thailändischen Lebensmittelexporte nach China wuchsen noch stärker. Die großen, streng riechenden, aber begehrten Durianfrüchte erzielten einen größeren Absatz als Autos und Elektronik und trugen dazu bei, dass die Gesamtlieferungen im Mai um 15 Prozent an Wert zunahmen. „Lebensmittel werden in den kommenden Jahren zweifellos das wichtigste Exportprodukt Thailands sein“, so Pimchanok.

Natürlich ist thailändisches Essen nichts Neues für die internationalen Verbraucher. Aromatische Thai-Currys, thailändische Pfannengerichte und feurige Tom-Yam-Suppen werden in Restaurants auf der ganzen Welt gerne gegessen. Die wichtige Rolle des Königreichs als „Weltküche“ ist vielen jedoch weniger geläufig.

Thailand hat fast 70 Millionen Einwohner und verfügt über üppige Vegetation und fruchtbare Böden. Es ist eines der wenigen Länder der Welt, die weit mehr Lebensmittel produzieren können als sie verbrauchen, wobei zu seinen Exportprodukten auch das weltweit gefragteste Grundnahrungsmittel Reis gehört.


Seit der Covid-19-Krise gibt es global zunehmend Bedenken hinsichtlich der Nahrungsmittelsicherheit. Die 10.000 lebensmittelverarbeitenden Unternehmen Thailands zeichnen sich hierbei als zuverlässige Lieferanten sicherer Lebensmittel in großen Mengen aus. Thailand ist der weltweit größte Exporteur von Thunfischkonserven, Ananaskonserven, Zuckermais, Kokosmilch, Maniok und Durianfrüchten. Bei Reis und Zucker steht es weltweit an zweiter Stelle und bei Hühnchen und Garnelen rangiert es unter den Top 5. Obwohl Thailand keine überwiegend muslimische Nation ist, ist es der neuntgrößte Exporteur von Halal-Produkten. Zudem ist es der elftgrößte globale Anbieter von Fertiggerichten.

Die Einnahmen der Lebensmittelindustrie machen mehr als 20 Prozent des thailändischen BIP aus, und im vergangenen Jahr belief sich der Wert der Lebensmittelexporte auf 33 Milliarden US-Dollar. Die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln vom landwirtschaftlichen Erzeuger bis hin zur Verarbeitungsanlage ist in Thailand selbstverständlich. Die Regierung hat sogar eine App, tracethai.com, ins Leben gerufen. Sie verwendet Blockchain-Technologie, um die Echtheit von thailändischem Bio-Reis zu überprüfen. „Thailand ist einer der weltweit führenden Agrarlieferanten, vor allem aufgrund seines gut entwickelten Lebensmittelverarbeitungssektors und der weltweiten Anerkennung seiner Qualitätskontrollen und Standards“, berichtete das US-Landwirtschaftsministerium in diesem Jahr.

Viele multinationale Lebensmittelriesen würden dem zustimmen. Unternehmen wie Nestlé aus der Schweiz, Cargill, Kellogg’s und McCormick aus den USA und Ajinomoto aus Japan haben große Investitionen in Südostasiens zweitgrößte Volkswirtschaft getätigt.

Zunehmend wird Thailand auch zu einer Drehscheibe und Finanzierungsquelle für technologieorientierte Food-Tech-Unternehmer aus der ganzen Welt – so genannte „Agro-Preneurs“. Im Jahr 2016 haben führende thailändische Lebensmittelunternehmen, darunter Thai Union, die in Bangkok ansässige multinationale CP Group und das führende lokale Agrarunternehmen Betagro, gemeinsam mit thailändischen Regierungsbehörden und UniversitätenFood Innopolis ins Leben gerufen, ein auf Lebensmittel spezialisiertes Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationszentrum im Thailand Science Park, Bangkok.

Im vergangenen Jahr schloss sich Thai Union dann mit der Thailands Nationaler Innovationsagentur und der Mahidol-Universität in Bangkok zusammen, um Space-F einzurichten, einen Inkubator und Beschleuniger, der Start-ups aus den USA, Kanada, Deutschland, Norwegen, Indien und Singapur sowie aus Thailand angezogen hat. Betagro, der Spirituosenriese ThaiBev und die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte schlossen sich später der Space-F-Partnerschaft an. Thai Union hat auch einen Risikokapitalfonds in Höhe von 30 Millionen Dollar aufgelegt, der im vergangenen Jahr in ein israelisches Start-up-Unternehmen, Flying Spark, investiert hat, das Insektenproteine als nachhaltige und nahrhafte Alternative zur Tierhaltung entwickeln will.


„Die Lebensmittelexperten im Global Innovation Center von Thai Union stützen sich bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren auf Verbraucherdaten und wissenschaftliche Erkenntnisse.“

Als Katalysator für diese Food-Tech-Euphorie wirkt die „Thailand 4.0“-Strategie der Regierung, mit der sie das Land zum Innovationszentrum Asiens machen möchte. Passend zu Thailands Status als „Weltküche“ fördert die Regierung nun die Hightech-Lebensmittelverarbeitung als eine Schlüsselindustrie. Das Thailand Board of Investment (BOI) bietet Investoren in diesem Sektor eine Reihe von Anreizen, darunter die Befreiung von der Körperschaftssteuer für bis zu acht Jahre und sogenannte Smart Visa, mit denen wichtige Mitarbeiter und ihre Familien bis zu vier Jahre ohne Beantragung einer Arbeitserlaubnis im Land bleiben dürfen.

Sowohl thailändische als auch internationale Lebensmittelunternehmen begrüßen die Anreize und Unterstützungsprogramme, die das BOI im Laufe der Jahre angeboten hat. Im Verlauf der letzten anderthalb Jahre von Januar 2019 bis Juni 2020 haben Investoren beim BOI 116 Investitionsanträge für Projekte in der Lebensmittelverarbeitung und Getränkeherstellung eingereicht, was einem Gesamtwert von 18,8 Milliarden Baht (ca. 600 Millionen US-Dollar) entspricht.

Ajinomoto, ein 111-jähriges Unternehmen mit Sitz in Tokio und Niederlassungen in 24 Ländern, eröffnete 1960 seine erste Fabrik außerhalb Japans in Thailand. Mit 90 Mitarbeitern, die Mononatriumglutamat herstellten, war es der erste ausländische Investor, der staatliche Unterstützung erhielt. Heute betreibt Ajinomoto elf Fabriken in Thailand und beschäftigt 7.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Instantnudeln, Produkten auf Aminosäurebasis für Sportler, Kaffeekonserven, verarbeiteten und gefrorenen Lebensmitteln, einschließlich Gyoza-Teigtaschen und Karaage (japanisches Brathähnchen) sowie thailändischen Gewürzprodukten spezialisiert. Es betreibt außerdem eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung, das Thai Food Technology Center, in dem 100 thailändische und japanische Techniker beschäftigt sind.

„Thailand verfügt über fähige Fabrikarbeiter mit guten Kompetenzen und eine sehr stabile Wirtschaft mit staatlicher Unterstützung“, sagt Hiroharu Motohashi, Präsident von Ajinomoto Co. (Thailand) Ltd. „Es ist reich an Rohstoffen und bietet uns qualitativ hochwertige Ressourcen zu günstigeren Preisen. Deshalb können wir unsere Geschäftsentwicklung beschleunigen.“

Motohashi verweist auch auf Thailands Lage im Zentrum der ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft, einer Handelsorganisation mit 650 Millionen Verbrauchern. „Ich kann sagen, dass Thailand für Investoren der beste Kandidat ist“, fügt er hinzu. Thai Union, das 42 Prozent seiner Meeresfrüchte in den USA und 30 Prozent in Europa verkauft, wurde vom BOI jahrzehntelang unterstützt. So wurde beispielsweise das 2016 in Bangkok gegründete Global Innovation Center zur Entwicklung neuer Technologien gefördert. „Das BOI bietet eine der größten Fördermöglichkeiten für Investitionen in Thailand“, sagt Thiraphong, Präsident von Thai Union. „Wir glauben an die Zukunft Thailands und die Zukunft der Lebensmittelindustrie in Thailand. Zudem glauben wir an die Chancen auf dem Weltmarkt und tätigen voller Zuversicht Investitionen, insbesondere in Innovation und Nachhaltigkeit.“

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